10 Punkte 2016

Stand: August 2016 (Download PDF)

 

1. 100 Prozent der City Tax für Kultur, 50 Prozent für die freie Szene
Kunst ist wichtig für Berlin. Doch noch immer ist die Berliner Kunstszene bei weitem nicht so finanziert, dass Berlins Künstler*innen auskömmlich leben und professionell arbeiten können. Die City Tax bietet eine Chance, das zu ändern.

2. Kunst ist keine Dienstleistung! – Für die Zweckfreiheit von Kunst

– Kreativwirtschaft, Tourismusförderung, Bildungs- und Sozialaufgaben sind keine Aufgaben der Kunst und dürfen nicht aus dem Kulturetat finanziert werden.

– Kunst muss in jedem Senatsfachbereich mitgedacht werden und mit einem/r eigenen Vertreter*in als eigener Aufgabe erstanden werden.

3. Honoraruntergrenzen in allen Sparten
Der Senat muss in Zusammenarbeit mit der freien Kunstszene eine verbindliche und angemessene Honorarordnung für alle Förderinstrumente erarbeiten, die möglichst das ganze Spektrum künstlerischer Tätigkeiten erfasst. Dazu zählen auch Ausstellungshonorare für Bildende Künstler*innen in allen aus Landesmitteln geförderten Institutionen und Projekten der Bildenden Kunst.

4. Bezahlbare Räume für die Kunst

– Es müssen bezahlbare Räume für die Produktion und Präsentation von Kunst erhalten bleiben und neu erschlossen werden. Insbesondere der Verdrängung von Kunstorten aus dem Innenstadtbereich muss entgegengewirkt werden.

– Wir fordern ein Mitspracherecht beim Umgang von Liegenschaften des Bundes, des Landes sowie von Gesellschaften des Bundes und Landes.

– Ein Kulturbeauftragter muss als ständiges Mitglied in den Portfolioausschuss landeseigene Liegenschaften

5. Faire und transparente Juryprozesse

– Für die Berufung und Evaluation von Jurys sowie für den Jurierungsprozess selbst müssen in Zusammenarbeit mit der freien Szene verbindliche Verfahren und Kriterien erarbeitet werden.

– Stärkung der transdisziplinären Perspektive: In jeder Förderjury müssen neben spartengebundenen auch transdisziplinär arbeitende Künstler*innen vertreten sein.

– Diversität muss sich in den Jurybesetzungen abbilden und die Jurys müssen für demographische Entwicklungen sowie Gender- und Diversity-Fragen sensibilisiert werden.

6. Stärkung von künstlerischen Selbstverwaltungsstrukturen
Sämtliche Kunstsparten müssen die Möglichkeit erhalten, ihren Künstler*innen in Selbstverwaltung ein Basisangebot an Information, Vernetzung und Unterstützung bereitzustellen.

7. Etablierung verbindlicher partizipativer Prozesse bei kulturpolitischen Entscheidungen
Es müssen verbindliche Regeln und Strukturen für die Mitwirkung der KFS und anderer Organisationen sowie freier Künstler*innen geben.

8. Verbesserung des Fördersystems und der Förderinstrumente
Stärkung der transdisziplinären Perspektive: Genuin transdisziplinäre Fördertöpfe, insbesondere für die künstlerische Grundlagenforschung, müssen geschaffen werden.

– Förderung von künstlerische und kuratorische Recherche und Forschung.

– Aufstockung und klare Trennung von Struktur- und Projektförderung.

– Keine Regelförderungen aus Projektmitteln.

– Mehrjährige Basis- und Konzeptförderung für alle Kunstsparten sowie für Festivals.

– Förderung überregionaler Kooperationen, Gastspiel- und Tourneeförderung.

– Systematisierung der Förderprogramme.

– Künstlerische Förderetats wie die spartenübergreifende Förderung dürfen nicht durch Verwaltungskosten belastet werden.

– Keine versteckte Regelförderung aus Projektmitteln.

9. Erweiterung der Zugangsmöglichkeiten zu Kunstförderung
Die Antrags- und Abrechnungsanforderungen müssen gesenkt und entbürokratisiert werden.

– Fremd- und Mehrsprachigkeit sollte bei Ausschreibungen und anderen Förderverfahren berücksichtigt werden und nicht zum Ausschluss von Förderungen führen.

– Antragsstellungen sollten in verschiedenen Sprachen sowie Medien möglich sein, zum Beispiel als Video.

10. Stärkung der bezirklichen Kulturförderung
Die Bezirke müssen in die Lage versetzt werden, bezirkliche Projekte, Produktion und Präsentation der Freien Szene angemessen infrastrukturell auszustatten und die für die bezirkliche Mikrostruktur wichtige Kunst auskömmlich zu fördern.

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